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''Direkter Kundenkontakt bleibt eine wichtige Säule'' - Interview mit Bert Schukat in Markt & Technik Q3

''Schukats Geschäftsführer Bert Schukat will die Digitalisierung in seinem Unternehmen weiter vorantreiben; auch das Portfolio, etwa im Bereich Power Supplies, wird weiter ausgebaut. Und er hat eine Forderung: ''Grundsätzlich muss die Wirtschaft robuster für Bedrohungen wie eine Pandemie werden.''

''Es wird Gewinner und Verlierer in der Distribution geben. Zu den Gewinnern werden die gehören, die ihre Geschäftsmodelle schnell für die Herausforderungen der Digitalisierung fit machen können. Chancen eröffnen sich auch für Unternehmer, die völlig neue Geschäftsmodelle ins Leben rufen.''

Markt & Technik: 2019 schloss Schukat mit einem leichten Minus ab. Damit konnten Sie Ihre Wachstumsziele nicht umsetzen - worauf führen Sie das zurück?
Bert Schukat: In den vergangenen Jahren haben wir über eine lange Phase ein kontinuierliches Wachstum generieren können und jetzt das erste Jahr mit leichter Abschwächung erlebt. Unser leichtes Minus hat sehr unterschiedliche Hintergründe. Die Wirtschaft der Eurozone ist 2019 insgesamt vergleichsweise schwach gewachsen. Die Kunden haben ihre Disporeichweiten angepasst und ihre Vorräte heruntergefahren. Im internationalen Geschäft haben Kunden mitunter direkt zum Hersteller gewechselt. Auch die Allokation hat sich zusehends abgeschwächt.

Sie wollen in diesem Jahr dennoch weiter investieren, u.a. in die Digitalisierung der Unternehmensabläufe - können Sie das etwas konkretisieren?
Bereits seit einigen Jahren nutzen wir digitale Systeme zur Prozessanalyse und Simulation. Daran lässt sich sehr gut aufzeigen, wo wir Potenziale in den Betriebsabläufen effizienter nutzen können, was wir auch konsequent umsetzen. Unseren Partnern wollen wir entlang der Lieferkette noch mehr Möglichkeiten zum direkten Austausch über die Systeme untereinander bieten, zum Beispiel durch die Ausgestaltung von EDI-Lösungen. Das setzt Potenziale für die Kundenentwicklung und eine Verbesserung der Customer Journey frei. Ein Fokus liegt auf der Weiterentwicklung unserer PIM-Lösung, einer zentralen Produktdatenbank, sowie auf der Erneuerung unserer E-Commerce-Plattform zur Stärkung unserer Multi-Channel-Strategie. Auch hier wollen wir noch in diesem Jahr einen großen Schritt machen...''

Apropos Potenziale: Das neue Shuttle-Lager ist nun seit November 2018 in Betrieb. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Zur electronica 2018 ist die Shuttle-Anlage in den Vollbetrieb gegangen. Unsere Bilanz ist durchweg positiv. Ein großes Plus ist die wesentlich kürzere Durchlaufzeit der Aufträge; das Bestellfenster für den taggleichen Warenversand verlängert sich dadurch um zwei Stunden. Heute bringen wir 98 Prozent der Bestellungen, die vor 16 Uhr eingegangen sind, noch am selben Tag auf den Weg. Das ist möglich, da wir mit dem größeren Lager fast alle angebotenen Artikel ständig vorrätig haben und unseren Versand immer weiter optimieren. Kunden erhalten ihre Ware in der Regel innerhalb eines Werktags. Natürlich beziehen sich diese Zeitangaben auf den Normalbetrieb und können derzeit Coronabedingt etwas abweichen.

Als wie wichtig erachten Sie in diesem Zusammenhang die elektronische Beschaffung für Ihr Unternehmen und allgemein für die Distribution?
Die Digitalisierung in der Beschaffung kann Prozessabläufe erheblich beschleunigen, angefangen bei der Produktneuanlage. Wenn Systeme untereinander kommunizieren und Produktdaten weitgehend automatisch gesteuert werden, lassen sich Neuanlagen aus dem PIM auf Knopfdruck in nachgelagerte Systeme wie E-Commerce-Plattform und ERP-System transportieren. Automatisierte Bestellvorgänge auf Basis von Forecasts und Kundenaufträgen werden zunehmend wettbewerbsrelevant. Die Herausforderung liegt in der Vernetzung der Systeme auf EDI-Ebene. Je mehr Positionen über die elektronische Beschaffung laufen, desto mehr nimmt ihr Stellenwert zu, wobei es für die Distribution stets auch eine Frage von Produkt und Vertriebsweg ist.

Welchen Stellenwert räumen Sie der Digitalisierung im Kundenkontakt ein? Es gibt ja bereits Mitbewerber, die Chatbots einsetzen. Was halten Sie davon?
Insgesamt ist es wichtig und hilfreich, Schnittstellen zu digitalisieren. Chatbots haben sicher Potenzial, reichen aber häufig nicht über die Entry-Level-Anforderungen hinaus. Das Risiko für Abbrüche und unzufriedene oder vergraulte Kunden ist damit hoch. Eine wichtige Säule für uns bleibt aber der direkte Kundenkontakt und ein persönlicher und zufriedenstellender Kundenservice.

Schukat hat verlautbart, den Bereich Power Supplies weiter ausbauen zu wollen - mit strategischen Partnern. Wie weit sind diese Pläne inzwischen?
Wir haben die Gefahrstoffflächen für Lithium-Ionen-Technik und damit das Angebot an Lithium-Ionen-Akkus ausgebaut. Hier fokussieren wir uns auf industrielle und medizinische Anwendungen. Neu im Portfolio haben wir jetzt auch die hochwertigen DC-USV-Systeme von Bicker Elektronik inklusive geeigneter Energiespeicher in Form von Supercaps oder LiFePO4-Packs. Voraussichtlich ab August oder September werden wir mit Edacpower einen weiteren Hersteller für Tisch- und Steckernetzteile ins Portfolio aufnehmen. Die Produkte bieten eine hohe Qualität, die den industriellen Anforderungen entspricht, und stellen eine wirtschaftliche Lösung dar. Da die Geräte oftmals leichter und kompakter sind, eignen sie sich besonders für mobile und stationäre Anwendungen mit begrenzten Bauräumen...''

Das Interview führte Karin Zühlke
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Dieser Artikel ist in der Fachzeitschrift Markt & Technik Quarterly 3 am 24. Juli 2020 erschienen. Um den kompletten Artikel lesen zu können, benutzen Sie bitte diesen Link.

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